Login Akteure

Kommunale Entwicklungspolitik

In der immer schneller zusammenwachsenden Welt von heute beginnt Entwicklungspolitik direkt bei uns vor Ort. Denn: lokales Handeln wirkt sich auch global aus. Es ist nicht länger möglich zu ignorieren, dass vieles von dem, was wir einkaufen oder täglich essen - wie wir mit Energie oder Mobilität umgehen unmittelbare Auswirkungen auf Menschen in anderen Erdteilen haben.

Viele Kommunen sahen daher ihre Mitverantwortung für die Eine Welt. Denn auch sie wirken auf globale Strukturen ein, z.B. durch ihre Beschaffungs-,  Integrations- oder Energiepolitik. Und gleichzeitig erkennen viele Kommunen, dass ungelöste Probleme des Südens unweigerlich zu Problemen des Nordens und hier vor allem der Kommunen werden (z.B. durch Klimawandel, wachsende Flüchtlingsströme und anderes).


Das Ministerium des Innern, für Sport  und Infrastruktur möchte die kommunale Entwicklungspolitik in Rheinland-Pfalz stärken. Ziel ist es, möglichst viele Kommunen in Rheinland-Pfalz für ein konkretes Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit zu gewinnen. Dieses Engagement kann sowohl Projekte in Entwicklungsländern als auch Aktivitäten in den rheinland-pfälzischen Kommunen selbst umfassen (Bildungs- und Informationsarbeit, nachhaltige öffentliche Beschaffung, etc.).

Dabei geht es auch um ein neues Verständnis von Entwicklungspolitik:  eine weltweite nachhaltige Entwicklung erfordert über die bisherigen Hilfsprojekte hinaus auch Veränderungen bei uns im Land (z.B. durch ein anderes Konsumverhalten und eine stärkere Berücksichtigung fair gehandelter Produkte). Die Kommunen spielen in diesem Zusammenhang durch ihre besondere Bürgernähe, ihre spezifischen Kompetenzen aber auch durch den Umfang der kommunalen Beschaffung eine herausragende Rolle.

 

Was kann meine Kommune tun:

Die Entscheidungsträger und Verwaltungen können innerhalb der Kommune die Rolle eines Initiators entwicklungspolitischer Prozesse übernehmen bzw. vorhandene Aktivitäten unterstützen. Als deutliches politisches Zeichen nach innen und außen kann die Kommune die Millenniumserklärung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes unterzeichnen und sich damit verpflichten, einen aktiven Beitrag zur Umsetzung der UN-Millenniumsziele zu leisten. Die konkreten Handlungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig:

  • Achten Sie in der öffentlichen Beschaffung auf fair gehandelte Produkte und verzichten Sie auf Güter, die durch ausbeuterische Kinderarbeit oder unter Verletzung sozialer Mindeststandards hergestellt werden (z.B. bei Spielzeug und Sportmaterialien für Kindergärten und Schulen, Dienstbekleidung, Baustoffen …)

 

  • Bieten Sie in den Kantinen Ihrer Rathäuser, Stadtverwaltungen, Diakoniestationen, Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten fair gehandelte Produkte an.

 

  • Stellen Sie die Präsentkörbe für Ihre Jubilare mit fair gehandelten Produkten zusammen.

 

  • Planen, gestalten und organisieren Sie eine Ausstellung zum Thema Fairer Handel und Politik mit dem Einkaufskorb.

 

  • Stellen Sie einen Kaffeeparcours auf oder lassen Sie die Entstehung von Schokolade mit dem Schokokoffer plastisch werden.

 

  • Kennzeichnen Sie Geschäfte, in denen fair gehandelte Produkte angeboten werden.

 

  • Recherchieren Sie bereits bestehende lokale Kontakte zu ausländischen Kommunen von Bürgern, Initiativen, Schulen, Kirchen etc. Vernetzen sie diese lokalen Akteure zu einem Bündnis, um das Thema lokalpolitisch zu verankern und Synergieeffekte zu nutzen.

 

  • Richten Sie einen „runden Tisch" aller in der EZ engagierten Gruppen der Kommune ein, um Informationen auszutauschen und ggf. gemeinsame Aktivitäten durchzuführen.

 

  • Unterstützen und motivieren Sie lokale Aktionsgruppen. Nutzen Sie bürgerschaftliches Engagement und lassen Sie für Eine-Welt-Projekte öffentliche Anerkennung zukommen.

 

  • Unterstützen Sie konkrete Aktionen mit dem Ziel, Informationen über die Millenniums-Entwicklungsziele in der Bevölkerung zu verbreiten und das Bewusstsein für die angesprochenen Probleme zu wecken.

 

  • Veranstalten Sie "Eine Welt Tage" aller in der EZ aktiven Gruppen in der Kommune, um der Öffentlichkeit das vielseitige Engagement zu präsentieren und zum Mitmachen anzuregen.

 

  • Veranstalten Sie Sportfeste mit fair gehandelten Bällen, um insbesondere Kinder und Jugendliche das Thema "Fairer Handel" nahezubringen.

  • Kooperieren Sie mit der lokalen Presse, um entwicklungspolitische Themen aufzugreifen und das Engagement der lokalen Gruppen darzustellen.

 

  • Nehmen Sie diese Themen auch in die eigenen kommunalen Veröffentlichungen auf und stellen Hinweise auf entwicklungspolitische Aktivitäten auf die Homepage der Kommune ein.

 

  • Erweitern Sie bestehende Partnerschaften um den Aspekt der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit und fördern Sie bereits bestehende Nord-Süd-Partnerschaften zwischen Schulen.

 

  • Kooperieren Sie in der Eine Welt-Arbeit auch mit lokalem Handwerk, Industrie und Gewerbe. Veranstalten Sie gemeinsam die erste örtliche "Eine-Welt-Messe".

 

Wer sind mögliche Partner auf kommunaler Ebene?

In den meisten Kommunen engagieren sich bereits viele Bürgerinnen und Bürger in Vereinen, Kirchengemeinden, Weltläden etc. in unterschiedlichsten Feldern der Entwicklungszusammenarbeit. Diese lokalen Akteure sollten von der Kommunalverwaltung eng in alle Überlegungen und Aktivitäten zur Entwicklungspolitik eingebunden werden. Zum einen kann man so auf die umfangreiche Erfahrung dieser Gruppen zurückgreifen und zum anderen lassen sich entwicklungspolitische Themen möglichst breit in der Kommune verankern. Über gemeinsame Veranstaltungen aller in der Entwicklungspolitik aktiven Gruppen in der Kommune kann mehr Öffentlichkeit für das Thema geschaffen und zum Mitmachen angeregt werden. Wichtig dabei: gegenseitiger Respekt und Agieren auf Augenhöhe.

Unterstützung durch die Landesregierung

Die Landesregierung unterstützt das entwicklungspolitische Engagement der Kommunen und privaten Träger mit einem eigenen Haushaltstitel. Gefördert werden Projekte in Entwicklungsländern und Maßnahmen der entwicklungspolitischen Informations-, Bildungs- und Vernetzungsarbeit in Rheinland-Pfalz.

Downloads

Studie zum entwicklungspolitischen Engagement rheinland-pfälzischer Kommunen

hier herunterladen

 

Leitfaden zur kommunalen Entwicklungspolitik

hier herunterladen

 

   

 

 

Landeswettbewerb "Eine Welt - Meine Welt" 2015

Auszeichnung von 4 Kommunen für ihr entwicklungspolitisches Engagement:
1. Platz: Stadt Trier
2. Platz: Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden
3. Platz: Stadt Speyer und ebenfalls
3. Platz: Stadt Lahnstein

Aktuelle Meldung

Auf dem Weg zur Fairen Metropolregion